Speichenspiegel 2025/2026
Redaktion: Maike Dwenger
Layout (Papierversion, Website und Word/PDF-Dokument): Jan Klijn
Anmerkung: Aus Datenschutzgründen weden einige Daten an dieser Stelle nicht veröffentlicht. Grundsätzlich werden Personen nur mit Vorname und mit der ersten Buchstabe des Nachnamens erwählt. Ausnahmen gelten für einige Personen, die eine öffentliche Aufgabe im Verein haben und der Name sowieso klar ist, sowie für Personen, die explizit angegeben haben, keine Probleme mit einer Veröffentlichung des Namen im Internet zu haben. Bitte wendet Euch für eine komplette Version des Speichenspiegels an die
Redaktion.
Editorial
Von Maike Dwenger
Nun ist es soweit! Schon von eifrigen Lesern und Schreibern gespannt erwartet, haltet ihr die nun bereits 35. Ausgabe des Speichenspiegels in den Händen.
Wie gewohnt sind darin die geplanten (und schon im Vorwege veröffentlichten) Termine für 2026 enthalten; Hans und Ulli äußern sich in ihrer Funktion als Geräte- bzw. Tourenwart, und Meike Schnieder beschreibt ihre ersten Eindrücke als Vorstandsmitglied. Und es gibt wieder einen kleinen Einblick in unsere vergangene Saison:
Von einigen der vielen und schönen Touren in der vergangenen Saison wird berichtet, und man hat den Eindruck, als würden wir mehr wandern als radeln. Denn von den 6 Winterwanderungen sind tatsächlich 3 beschrieben.
Besonders lehrreich waren Tanjas zwei Touren am Jahresanfang um Bergedorf bzw. Boberg, in denen sie uns wieder viel Interessantes und Wissenswertes um die Wanderstrecke herum mitteilte. Zur Erinnerung könnt ihr hier alles noch einmal nachlesen.
Mit Informationen versorgt wurden wir auch auf den zwei von Jo beschriebenen Mittwochstouren: Am Haseldorfer Schöpfwerk wurden wir vom leibhaftigen Deichgrafen Hans Peter empfangen, und Claudia und Susanne berichteten Spannendes aus ihren Bereichen im Hetlinger Klärwerk. Beide Kontakte hatte Matthias geschickt geknüpft.
Und wenn Rudi berichtet, wie es einem als Mitfahrer schon vor der Tour auf dem Weg zum Treffpunkt, und dann auf der Tour selbst, ergehen kann, erkennt man die vielen Facetten in unserem Verein.
Dazu gehört auch Ullis Einladung ins Rathaus, der auf Anregung von Simones Schreiben für sein soziales Engagement vom Abendblatt geehrt und mit einem Scheck über 1000 Euro für unseren Club bedacht wurde.
Nicht zu vergessen ist auch wieder unser jährliches Stiftungsfest, zu dem diesmal alle etwas beitragen und auch nach ihrem Geschmack fürs Buffet mitbringen durften. Eine bunte Palette von Köstlichkeiten kam zusammen. Und während und nach dem Genuss haben uns Jessica, Arno und Regina mit Gesangs- und Gedichteinlagen die Zeit noch extra versüßt.
Versüßen tut uns auch Jo etwas, und zwar das Lesen des Speichenspiegels - indem er, vermutlich während er auf dem Rad sitzt und verträumt dem Geschehen um uns herum lauscht, seine Limericks und Schüttelreime verfasst, an denen er uns gerne teilhaben lässt. Aber vielleicht fragt er sich auch, woher immer die Rezepte für die leckeren Pausenkekse kommen.
All das und mehr erfahrt ihr beim Schmökern in diesem Blatt!
Was sagt der Tourenwart?
Von Ulli Staniullo
Liebe Tandemgemeinde, Mitfahrer/innen, Pilot/innen und Tourenleiter/innen!
Die Tandemsaison 2026 hat uns bald wieder im Griff. Ende März d.J. geht’s ja wieder los. Es sind wieder die langen und kurzen Wochenendtouren, die Mittwochs- und die 100er-Touren auf dem Plan, wie Ihr aus dem Speichenspiegel ersehen könnt. Dazu benötigen wir, das sind Ina Seidel für Mittwochs, Ulrike Gös für die 100er, und Jo Wisch und ich für die besagten Touren noch Tourenleiter/innen. Daher möchte ich euch ganz herzlich bitten, zu prüfen, wer von euch welche Touren in dieser Saison leiten könnte. Die besagten Tourenorganisatoren würden sich freuen, von euch Interessierten Tourenleiter/innen Antwort für bestimmte zu leitende Touren zu bekommen. Die entsprechenden Telefonnummern von uns werdet Ihr im Speichenspiegel finden.
So verbleibe ich mit sportlichem Gruß an alle!
Ulli, Tourenwart.
P.S. Der Aufruf für die sportliche Teilnahme richtet sich natürlich auch an alle aktiven Mitfahrer/innen, sich an diesen Touren zu beteiligen und anzumelden.
Tourenplan
Der meist aktuelle Plan findet ihr immer hier auf der Webseite unter folgenden Links.
Stand der Dinge um die Geräte
Von Hans Hoesen
Im Tandemclub „Weiße Speiche“ gibt es verschiedene Verantwortungsbereiche. Neben z. B. Leitung, Finanzen oder Transport braucht es einen intakten Fuhrpark. Und das sind die Tandems, also die Geräte, wie Ulli sie gerne nennt. So einige Gerätewarte wurden mit der Zeit „verschlissen“. Der letzte vor mir war Werner R.. Als er das Amt niederlegte, wurde ich favorisiert und dann auch gewählt. Das war im Jahre 2005. Mittlerweile habe ich 20 Jahre „auf dem Buckel“ und würde gerne einen Nachfolger begrüßen, der Verantwortung übernehmen möchte. Eine Einarbeitung durch mich würde selbstverständlich erfolgen.
Zur Zeit haben wir 50 Tandems nach der letzten Inventur durch Arno, Fritz und Anke. Das ist für unsere Hallenkapazität etwas zu viel. Wir schauen demnächst, von welchen Tandems wir uns trennen können, um anschließend mit ca. 40 Tandems gut ausgestattet zu sein. Neukäufe sind nicht angesagt, denn wir bekommen in letzter Zeit ständig Spendenofferten über gebrauchte Tandems.
Vor ein paar Jahren haben wir händlergepflegte, ca. 15-jährige Stevens auf dem freien Markt über „ebay“ erstanden für eine „flotte Flotte“. Für unseren Fuhrpark brauchbare gebrauchte Tandems werden von unserem Schrauberteam durchgecheckt. Bei schwierigen Reparaturen haben wir uns an die „Alsterspeiche“ der Alsterdorfer Anstalten gewandt, wo Lars Hartig seit Jahren unsere Tandems betreut. Leider ist er zur Zeit - und das seit über einem Jahr - krank, und die Mitarbeiter der „Alsterspeiche“ nehmen keine Tandems zur Reparatur mehr an, weil sie damit neben ihrem Tagesgeschäft (ohne Lars Hartig) überfordert sind. Ersatzteile kann ich aber dennoch bestellen.
Wie viele schöne Touren haben wir in der Vergangenheit gemacht, z.B. Sommertouren mit dem kleinen Anhänger, der eine Kapazität von 7 Tandems plus Gepäck hat. Der große Anhänger hat eine Kapazität von 23 Tandems, der neue gebrauchte von Tilman Binder 7. Dieser wurde im letzten Jahr vom Schrauberteam mit einem Aufbau für Tandems versehen. Nach Abnahme des Aufbaus ist dieser Anhänger auch für den Transport von weiterem Material geeignet. Hinsichtlich der Befestigungssysteme unserer Anhänger mussten wir vom Anbieter „Thule“ zum Anbieter „Atera“ wechseln. „Thule“ hat sein Programm geändert, sodass wir keine Ersatzteile mehr bekamen. „Atera“ entspricht unserem Bedarf.
Für den Transport des großen Anhängers benötigen wir einen Bus, den wir uns leihen müssen. Der kleine und Tilmans Anhänger dagegen lassen sich mit einem Pkw ziehen. Versierte Anhängerfahrer haben wir nicht sehr viele und der große Anhänger ist für einen Pkw-Fahrer ein Ungetüm, wenn Touren begleitet werden sollen. Also hat sich der Vorstand entschlossen, den großen Anhänger kürzen zu lassen, denn die benötigte Anzahl der Tandems auf Touren ist schon lange zurückgegangen.
Die Firma Voß in Haseldorf hat uns das günstigste Angebot unterbreitet, nachdem wir nach Neuanschaffungen Ausschau gehalten hatten, diese aber viel zu teuer waren. Ein Anhänger für 15 Tandems entspricht dem momentanen Bedarf. Will man dann jedoch mehr Tandems für eine Tour einsetzen, so benötigt man zusätzlich den kleinen Anhänger. Ein extra Pkw mit Anhängerkupplung wäre dann notwendig.
Der Gerätewart kümmert sich natürlich auch um die Beschaffung von Ersatzteilen und Baumaterialien. Beratend tätig sind die Kollegen des Schrauberteams. Sowie unser ehemaliger erster Vorsitzender, Bernd W., der sich auch um die Architektur und die Funktionalität unseres Vereinsheims kümmert, so z.B. auch um die sanitären Anlagen. Ich als Gerätewart bedanke mich bei ihnen allen für ihren Einsatz!!! Also: Vieles funktioniert und erfüllt unseren Anspruch als Tätige im Tandemclub “Weiße Speiche”.
Alle ehrenamtlichen Mitglieder helfen dem Verein weiter und somit den Sehenden und Sehbehinderten in unseren Reihen, eine schöne Tour zu erleben. Der nächste Defekt auf einer Tour ist dann wieder eine Herausforderung für den Gerätewart und das Schrauberteam. Das kriegen wir schon hin - entweder gleich auf der Tour oder später am Schraubertag.
Viele sportliche Grüße
Euer Gerätewart Hans
Erste Eindrücke der ersten Vorsitzenden
Von Meike Schnieder
Die weiße Speiche habe ich bis Anfang letzten Jahres in erster Linie auf dem Fahrradsattel erlebt. Das bedeutet gemütliche oder sportliche Ausfahrten und je nach Bedarf ein Klönschnack oder das stille Genießen der Natur.
Mein Eintritt in das Vorstandsteam war dann ein guter Einstieg, das Vereinsleben drumherum, z.B. auf dem Stiftungsfest oder an einem Klönabend im Baris, kennenzulernen und zu sehen, was alles im Hintergrund getan wird, damit die Touren gut laufen können.
Nicht vergessen werde ich den Besuch mit Ulli Staniullo beim Hamburger Abendblatt. Simone Bergmann hatte einen sehr schönen Text (siehe unten) bei der Aktion „Sagen Sie Danke“ eingereicht. Und prompt wurde Ulli zusammen mit 49 anderen Vertreterinnen und Vertretern sozialer Institutionen vom Hamburger Abendblatt zu einem Frühstück eingeladen. Ich durfte ihn begleiten. Wir arbeiteten uns tapfer durchs Buffet, waren beeindruckt über die Vielfalt an sozialen Aktivitäten, die dort gewürdigt wurden, und am Ende gab es ein Foto auf dem Dach des Verlagsgebäudes. Zusätzlich erhielt der Tandemclub eine Spende in Höhe von 1000,- Euro.
Also, es gab viele neue Erlebnisse und nichtsdestotrotz, oder gerade deshalb, freue ich mich im kommenden Jahr ganz besonders auf das Radeln…
Text an das Hamburger Abendblatt für die Aktion "Sagen Sie Danke"
Von Simone B.
Lieber Ulli, in diesem Jahr bist du 80 Jahre alt geworden. Da wird es höchste Zeit für ein dickes Dankeschön!
Danke, lieber Ulli, für deinen jahrzehntelangen Einsatz für den "Tandemclub Weiße Speiche e.V.", in dem Blinde- und Sehbehinderte zusammen mit Sehenden in und um Hamburg herum Tandem fahren.
Seit Gründung des Vereins vor 41 Jahren bist du aktiv dabei und hältst den Verein zusammen. Als Mitglied des Vorstands und Tourenwart löst du die Einteilung der Gespanne (Wer fährt mit wem?) stets mit viel Einfühlungsvermögen und Menschenkenntnis.
Da du selbst von Geburt an sehbehindert bist, liest du die Gespanne zu Beginn jeder Tour von einem endlos langen Papierstreifen vor, auf welchem in Brailleschrift die Namen stehen, was ich stets faszinierend finde.
Nicht nur bei den Tandemtouren, auch bei den Wanderungen im Winter, verbreitest du bei Wind und Wetter stets gute Laune. Und bei den Festen sorgst du mit deiner Gitarre für Stimmung.
Wie gut, dass es dich und die "Weiße Speiche" gibt!
Simone
Januarwanderung von Reinbek nach Bergedorf
Von Tanja W.
Auf einem Teilstück des Europäischen Fernwanderwegs.
Die Wanderung am Sonntag, dem 26.01.2025 führte uns auf etwa 8 Kilometern von der S-Bahn-Station Reinbek zunächst durch den Wald und schließlich entlang der Bille ins Zentrum von Bergedorf.
19 Personen fanden sich ein und folgten Wanderführerin Tanja zunächst schnurstracks in den Völckers Park.
Etwas abseits der Hauptstraße ist hier ein denkmalgeschütztes Gebäude auf Stelzen zu finden, welches an die besonderen Bedingungen der leichten Hanglage mit Gewässern im Naturschutzgebiet Billetal perfekt eingepasst wurde. Kein geringerer als der bekannte Architekt Fritz Trautwein (1911 – 1993) hat hier gewirkt.
Trautwein? Da klingelt doch etwas im Gedächtnis. Ja klar, Trautwein hat zahlreiche Spuren in Hamburg hinterlassen. Er entwarf die Grindelhochhäuser, den Fernsehturm, verschiedene Gebäude von U-Bahn-Haltestellen wie z.B. Landungsbrücken, Jungfernstieg und Wandsbeker Chaussee, auch die Hochschule für Musik und Theater und vieles mehr.
Seit 1960 war hier in diesem Gebäude in Reinbek der Firmensitz des Rowohlt-Verlages, welcher 2019 ins Biberhaus am Hauptbahnhof umzog.

Rowohlt ist bekannt für die rororo Bücherreihe.
Die Abkürzung steht für Rowohlt Rotations Romane. Ein Rotationsroman ist ein im damaligen Zeitungsformat 30 x 40 cm gedruckter Roman, hauptsächlich in den Jahren 1946 – 1948. Um den Mangel an Büchern in der Nachkriegszeit zu beheben, wurde auf günstigem Zeitungspapier gedruckt. Die erste Ausgabe war übrigens Kurt Tucholskys „Schloss Gripsholm“. Der Begriff rororo wurde dann später für die Taschenbuchreihe beibehalten.
Einigen bekannt ist vielleicht noch Harry Rowohlt (1945 – 2015), einer der beiden Söhne des Verlegers, der sich als Autor, Übersetzer und Sprecher einen Namen gemacht hatte. Er spielte auch 18 Jahre lang eine kleine Rolle in der Dauerserie „Lindenstraße“.
Der Weg führte uns weiter auf einen Hügel, wo wir den Einstieg auf den europäischen Fernwanderweg E1 (Teilstrecke) finden, der u.a. Hamburg von Ost nach West durchquert.
Dieser Wanderweg hat in Deutschland eine Gesamtlänge von ca. 1.900 Kilometern, ist in 76 Etappen aufgeteilt und bietet Gelegenheit, Deutschland von Nord nach Süd (oder umgekehrt) zu durchwandern. Er startet an der dänischen Grenze in der Nähe von Flensburg und endet südlich in Konstanz am Bodensee an der Grenze zur Schweiz.
Der E1 ist dabei durchgängig markiert. In weiten Teilen mit dem Andreaskreuz (ein weißes Kreuz auf schwarzem Grund), teilweise mit regionalen Wanderzeichen.
Eine Pause mit von Tanja selbstgebackenen Haferkeksen war willkommen, da ein Teil des Weges doch recht fordernd war: hügelig, schmal und mit Kiesgeröll versehen.
Wir näherten uns dem Bergedorfer Gehölz und wanderten nun parallel zur Bille bis zur Brücke an den Brauerei-Teichen, mit deren Geschichte wir uns schon bei einer früheren Wanderung vertraut gemacht hatten.
Da wir recht zügig gelaufen waren, hatten wir noch Zeit für ein kleines interaktives Gruppenspiel, das achtsame Zählen.
Um 12.30 Uhr erwartete uns im ältesten Gasthaus Bergedorfs, erbaut 1550 als reich verziertes Fachwerkhaus, zur Mittagseinkehr das "Block House". Im oberen Stockwerk war nur für unsere Gruppe eingedeckt und wir konnten beim netten Servicepersonal á la carte bestellen.
Bei gutem Essen und netten Gesprächen endete diese Tour.
Leckere Tandemkuchen
Super Einkaufstipp von Simone B.
Wusstet Ihr, dass es TANDEM-Futter gibt (Foto)?
Feine Delikatesse
Schwimmt auf dem Wasser (also auch gut für Regentouren geeignet)
Proteeinhaltig & Sättigend
Bitte nur unter Aufsicht füttern
500 gr. 3,39 €

Lied von Andrea Jürgens
Auf dem Stiftungsfest gesungen von Jessica M.
Die nachtmüde Straße wird langsam wach,
die Tauben erzählen unter dem Dach.
Der Junge mit Brötchen fährt seine Tour.
Die Rathausglocke läutet sieben Uhr.
Guten Morgen, Sonnenschein,
schenk mir diesen Tag.
Lass mich heute glücklich sein
bis in die Nacht.
Arbeit für die Stadtcafés
und Zärtlichkeit für mich.
Ein paar fröhliche Stunden,
mehr will ich nicht.
Ein paar fröhliche Stunden,
Mehr brauche ich nicht.
Der Baum vor dem Fenster wiegt sich im Wind.
Im Arm seiner Mutter lächelt ein Kind.
Zwei sorglose Vögel zwitschern im Gras.
So macht das Aufstehen erst richtig Spaß.
Guten Morgen, Sonnenschein…
Mittwochstour zum Schöpfwerk bei Moorrege am 07.05.2025
Von Jo W.
Bei schönstem Fahrradwetter fanden sich heute sechs illustre Gespanne zusammen, wobei die Teilnahme zweier Rekonvaleszenten besondere Freude auslöste: Finanzminister Arno und Vollblut-Tandemologe Tilman sind wieder als Piloten an Bord – das nenne ich eine korrekte Einstellung! Die galt es vor dem Start noch den Tandems zu verpassen. Sodann brach die übersichtliche Truppe unter der Führung von Tourenleiter Matthias auf – schwungvoll und sorglos, immerhin bis Appen.
Wir schlappen Radlerattrappen schnappen
nach Luft, wird die schon knapp in Appen!
Ein paar Etappen
sollten wir kappen,
eh wir Jammerlappen zusammenklappen!
Aber nein, niemand machte schlapp, nur das Material: eine Sattelstange zerbröselte und schickte den armen Hans zu Boden. Zum Glück blieben er und sein Pilot Wolfgang ohne ernste Blessuren, konnten allerdings mit dem Tandem nicht weiterfahren. Sofort erbot sich Wolfgang, das schadhafte Gerät zur Halle zurückzufahren und von dort einen intakten Zweisitzer zu besorgen.
Zwischenzeitlich stürmten die Wartenden den vor Ort vorhandenen Spielplatz, verscheuchten die unnötigen Gören, und einer eroberte sogar die Schaukel… Dieses Spektakel fand erst mit Wolfgangs Rückkehr ein Ende.
Sogleich besann sich unser Trupp der Vollendung der Tour,
ob er aber über Ober- oder Unterglinde fuhr,
weiß der Graureiher, dieser Schlaumeier,
der da am Wegesrand nach Moorrege stand.
Die schöne Strecke führte am Deich der Pinnau entlang bis zum Schöpfwerk, wo wir die reguläre Rast einlegten und auf den Bio-Landwirt Hans-Peter vom Vorjahr trafen. Nach freudiger Begrüßung erläuterte er (in unserem Vereinstrikot!) uns die Funktionsweise der Anlage bei laufendem Motor, zeigte uns u.a. verschiedene Tonrohre, die bei der Drainage zur Entwässerung des Bodens dienen und präsentierte seinen so vielseitigen wie kraftstrotzenden Trecker.
So lag auf unserer Tour nach Moorrege
sogar jenes Schöpfwerk auf dem Wege.
Der Deichgraf empfing uns sofort rege
& hielt uns interessante Vorträge.
Nur ahnte nicht mal er im Vorwege:
Er hatte da einen Heuler in Pflege!
Tatsächlich: Als wir auf die Deichkrone robbten, entdeckten wir eine süße, junge Robbe, die wir spontan Robbie Williams tauften. Schließlich verabschiedeten wir uns von Robbie & Hans-Peter und zogen weiter mit dem nächsten Etappenziel im Visier – jenem sandigen Rastplatz am See bei Holm:
Feine Spuren im Sand,
die ích in Holm zuvor fand,
hat der Wind fortgetragen.
So kann keiner mehr sagen,
wo grad sein Tandem noch stand!
Nach einer weiteren Brotzeit ging es durch den Klövensteen und an der Mühlenau entlang schnurstracks zurück zu unserem Stützpunkt. Da auf dieser Tour zwar genug ‚content‘, aber nur wenig Strecke ‚generiert‘ wurde, zeigte der Zählerstand geradezu planmäßig 41 km an.
Zum Abschluss dieser eh schon erfreulichen Ausfahrt bildeten wir mal wieder einen Stuhlkreis im Hof und erfreuten uns nun noch an Kaffee & Kuchen - und daran, dass Regina & Matthias die Tradition der Litera-Tour wieder haben aufleben lassen. So ließen sie auch heute das Treffen mit dem Vorlesen von Anekdoten und Gedichten stimmungsvoll ausklingen.
Aus der Speichenbäckerei
Von Maike Dwenger
Natürlich war es wieder auf einer Wanderung des Tandemclubs! Wohin und wann, weiß ich nicht mehr, nur, dass es schon lange her ist. Aber dass es Evelyn war, die uns mit diesem köstlichen Gebäck versorgt hat, weiß ich noch genau. Freigiebig, wie es ihre Art ist, hat sie uns das Rezept verraten und seither tauchen diese Kekse immer mal wieder, von dieser oder jener gebacken, auf einer unserer Touren auf. Und so macht man sie:
Evelyns Sonnenblumenkekse
3 Eier, etwas Salz, mit
180 g braunem Zucker
schaumig aufschlagen.
300 g gestiftelte Mandeln und
500 g Sonnenblumenkerne
unterheben.
Mit einem Teelöffel kleine Häufchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen und bei
170 Grad ca. 20 Minuten backen.
Gutes Gelingen, guten Appetit, und wie immer bei unseren Keksrezepten: wenn sie sich halten, halten sie sich!
Und im nächsten Heft erfahrt ihr, wie Joachim seine allseits beliebten Schokokekse herstellt…
„Fahrrad fahr‘n“
Text von Max Raabe
Auf dem Stiftungsfest vorgetragen von Regina Sander
Manchmal ist das Leben ganz schön leicht
Zwei Räder und zwei Lenker, und das reicht
Wenn ich mit meinem Fahrrad fahr'
Dann ist die Welt ganz einfach
Die Autos stehen im Stau, ich fahr' vorbei
Alle Ampeln grün, die Bahn ist frei
Wenn ich mit meinem Fahrrad fahr'
Mitten durch die Stadt
Ich tret' in die Pedale
Und brauch' keine Motoren
Fahrrad fahrn
Nichts ist so schön wie Fahrrad fahrn
Für mich das Ideale
Der Wind weht um die Ohren
Manchmal läuft im Leben alles glatt
Vorausgesetzt, dass man ein Fahrrad hat
Dann fliegen die Gedanken
Und man braucht auch nicht zu tanken
Die Polizei grüßt freundlich: "Guten Tach!"
Weil ich immer alles richtig mach'
Solltest du ohne Fahrrad sein
Könnt' ich dir meines leihen
Nichts ist so schön wie Fahrrad fahrn
Auf's Auto kann ich pfeifen
Ich brauche nur zwei Reifen
Und wenn es dann mal regnet
Setz' ich 'ne Mütze auf
Und wenn es nochmal regnet
Nehm' ich den Regen gern' in kauf
Besser so, als wenn ich lauf'
WENN ICH MIT MEINEM FAHRRAD FAHR
DAS IST DAS OPTIMALE
UND LÜFTET DIE SANDALE
Wanderung durchs Büsenbachtal nach Handeloh
Von Simone B.
Am Samstag, dem 13. Dezember 2025, führte uns Manuela Schlien durch das schöne Büsenbachtal. Natürlich ist es hier im August zur Heideblüte NOCH schöner. Aber dafür ist es dann auch VIEL voller. Wir genossen die Einsamkeit und das milde und trockene Dezemberwetter.
Auf unserem Weg durch das Büsenbachtal nach Handeloh begegneten uns außer einem frisch vermählten Hochzeitspaar mit Kind und Fotografin nur drei Damen zu Pferde. Dann: Ein Stoppschild für Kamele! Niemand blieb stehen, denn es war kein Kamel zu sehen. Wir zogen vorbei an einer Kameloase. “Termine nach Absprache” war im Aushang zu lesen.
In Handeloh angekommen, wünschte ein Großteil der Gruppe noch den Planetenlehrpfad entlang zu wandern. Doch den letzten Planeten erreichten wir nicht mehr, denn er war zu weit entfernt. Die Wanderung musste vorzeitig abgebrochen werden, denn wir wollten pünktlich zum Essen im “Hotel Restaurant Fuchs” sein. Die Preise waren stolz, aber das Essen sehr gut und die Portionen üppig. Alle waren glücklich und zufrieden.
Zuhause angekommen zeigte unser Schrittzähler 20.933 Schritte.
Es sollte fast eine Wiederholungstour werden am Sonntag, dem 22. Februar 2025, denn auf jeden Fall steuerten wir, auf vielfachen Wunsch, wieder die „Alte Deichkate“ in Billwerder zum Mittagessen an.
Los ging’s am S-Bahnhof Bergedorf, wo wir nach kurzer Verzögerung auf unsere 10 km lange Tour gehen konnten.

Entlang der Kampbille marschierten wir vorbei am Gelände der Firma Körber Technology (ehemals HAUNI Maschinenfabrik = Hanseatische Universelle), die hier seit 1946 ihren Standort hat.
Man hatte Sorge, dass Bergedorfs größter Arbeitgeber nach Mecklenburg-Vorpommern abwandern könnte, da keine Flächenerweiterung am hiesigen Standort möglich war. Die Politik hat eine Alternative angeboten: Körber baut jetzt gerade einen Technologiepark auf 70.000 m² an der A25-Auffahrt; dafür wurden zahlreiche alteingewachsene Kleingärten dem Erdboden gleichgemacht. Der Firmen-Umzug ist für 2026 geplant. Noch ist nicht klar, was mit dem Areal hier an der Kampbille passieren wird.
Der Konzern hat 13.000 Mitarbeiter weltweit an 100 Standorten. Zunächst produzierte man Maschinen für die Tabakverarbeitung (also Zigaretten), nun auch Maschinen für die Hanfverarbeitung, Arzneimittelverpackungen, Trinkhalme, Teile für E-Zigaretten und Energiespeicherung, sowie umweltfreundliche Baustoffe.

Der Firmengründer und Mäzen Kurt A. Körber war nicht unumstritten wegen seiner NS-Vergangenheit. Trotzdem nahm man seine sehr großzügigen Spenden zum Bau der Fachhochschule Bergedorf und zum Umbau der Deichtorhallen (dem ehemaligen Blumengroßmarkt von 1964 – 1984) an, lud ihn jedoch nicht zur Einweihung ein.
Die Körber Stiftung, mit einem Stiftungsvermögen von 578 Millionen Euro, wurde 1959 gegründet. Inzwischen arbeiten dort 160 Beschäftigte an drei Standorten: dem neu gebauten Körber Haus in Bergedorf, dem Körber Forum in der Hafencity und dem Hauptstadtbüro in Berlin.
Entlang des Walter-Hammer-Wanderwegs erreichten wir die Boberger Niederung, ein Naturschutzgebiet von 350 ha bzw. 3,5 m².
Die Wanderdüne reichte bis 1880 von Bergedorf bis zum Berliner Tor. Der Großteil wurde bis 1970 als Bausand verarbeitet bzw. wurden hiermit die Marschflächen in Billwerder und Hammerbrook erhöht. Diese Sandfläche ist gegen Ende der Weichsel-Kaltzeit (vor 115.000 – 11.600 Jahren ) aus dem Elbe-Urstromtal entstanden und hat eine Tiefe von maximal 18 Metern.
Bei Kaltzeit denke ich immer an Eiszeit, aber so kalt war es damals gar nicht, mit durchschnittlich 7,8°C.
2019 fand man im nördlichen Teil dieses Naturschutzgebietes Dioxin. Der Grenzwert war 700-fach überschritten. Davon zeugt eine gespenstische Landschaft: schwarze, abgestorbene Bäume, kein Leben mehr in Wasser und Boden.
Die Spur führte zu Boehringer...
Die Firma wurde 1885 in Ingelheim am Rhein gegründet. Eines der ersten hergestellten Produkte war übrigens Backpulver!
Ab 1923 gab es in Hamburg-Billbrook eine Niederlassung als Arzneimittelfabrik. Das bekannteste Mittel Thomapyrin kam 1946 auf den Markt.1951 begann dort die Produktion von Pflanzenschutzmitteln, z.B. des Insektizids LINDAN.


Drei Jahre später erkrankten die ersten Mitarbeiter an Chlor-Akne, die typische Erscheinung bei einer Dioxinvergiftung. Der Betrieb wurde zunächst gestoppt, 1957 aber wieder aufgenommen.
Tetrachlor Dibenzo-para-dioxin (Trivialname: Dioxin) fällt als Nebenprodukt bei Verbrennungsprozessen und bei der Synthese von chlorhaltigen Verbindungen an. Es wird gesagt, dass es das stärkste je von Chemikerhand hergestellte Gift sei.
Nach der Schließung des Hamburger Werks durch die Umweltbehörde 1984, weil Boehringer die Umweltauflagen nicht einhalten konnte, wurde das ganze Ausmaß erst bekannt: das gesamte Areal war verseucht.
Man hat das Gelände in Billbrook versiegelt; das dauerte bis in die 90er Jahre. 1991 ist das Projekt mit dem Verbrennungsofen „Prometheus“ gescheitert (ein mehr als passender Name, denn erinnert euch an die Figur aus der griechischen Mythologie). Hier wurde die Büchse der Pandora geöffnet!

Das Werksgelände hat nun einen Betonsarg erhalten, der 50 m tief in die Erde reicht und eine Wandstärke von 80 cm hat. Der obere Deckel – zum Schutz vor Regenwasser - ist aus Asphalt, die untere Seite besteht aus Glimmerton, einem Sediment der Ur-Nordsee mit wasserabdichtender Eigenschaft. Bis heute laufen 5 Pumpen rund um die Uhr, um das kontaminierte Wasser einer Reinigungsanlage zuzuführen. 750.000 € kostet der Betrieb pro Jahr. Die ehemalige Giftmüll-Deponie der Firma in Georgswerder ist heute der Energieberg.
Bekannt wurde Dioxin auch durch das Unglück in Seveso (Italien) 1976 und auch durch das Entlaubungsmittel „Agent Orange“, eingesetzt von 1961 – 1971 in Vietnam.
Die Sanierung des Boehringer-Geländes (Austausch des Erdreichs, Bäume fällen etc.) kostete bis heute 172 Mio. €, die Kosten trägt Boehringer Ingelheim. (Umsatz 2023: 25,6 Mrd €.!!). Ein kleiner Deal für Boehringer, denn: eine Milliarde sind gleich tausend Millionen. Die Sanierung wird bis 2056 laufen, ein Ende aber erst im Jahre 2096 geschätzt.

Damit wurde Boehringer Billbrook zu einer der berüchtigtsten Altlasten in Deutschland.
Die Folgen von Dioxinkontakt sind Chlor-Akne, Krebs (die Hälfte der über tausend Arbeiter bei Boehringer sind später an Krebs erkrankt), Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit, Schäden am Nerven- und Immunsystem, Leberschäden, Fehlbildungen bei Kindern (offener Rücken, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte etc.).
Erst jetzt wurde mir der Zusammenhang bewusst, dass in unserer Nachbarschaft in den 60er Jahren viele Kinder mit eben diesen Fehlbildungen aufwuchsen.
In diese Zeit fiel die Gründung von Greenpeace in Deutschland: 1980. Zu dieser Zeit wurde auch der indianische Spruch bekannt, den ihr alle kennt:
Erst wenn der letzte Baum gerodet,
der letzte Fluss vergiftet,
der letzte Fisch gefangen ist,
werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann!
Die Boberger Niederung ist auch ein gutes Versteck, wovon Leichenfunde aus den Jahren: 2005, 2010, 2011, 2012, 2021, 2022 sprechen.

Doch genug von den Horrorgeschichten.
Nach Umrundung des Segelfluggeländes, stießen wir schließlich wieder auf den Hauptarm der Bille und wanderten am Ufer und über einige Holzbrücken direkt zur „Alten Deichkate“, einem ehemaligen Hufnerhaus aus dem 17. Jahrhundert, wo wir uns unser vorbestelltes Essen munden ließen.
Auch für ein Stück Friesentorte als Dessert war noch Platz.
Der Service war wieder Spitze, dafür haben wir auch gerne die angezogenen Preise bezahlt.
Zurück ging’s von der S-Bahn-Station Mittlerer Landweg nach Hause.
Eine fast verpasste Tandemtour
von Rudolf G.
Rückblende: Drei Wochen zuvor fand eine Tandemtour statt, an der ich allerdings nicht teilnahm, da es nicht genug Piloten gab. Als Ulli, unser Tourenwart, mir absagte, teilte er mir mit, er würde mich auf die Liste für die nächste Tandemtour am 28.06. setzen.
Als ich nun am Donnerstag, dem 26.06.2025, bei ihm anrief, um mich zu vergewissern, wann und wo der genaue Treffpunkt sei, sagte er mir, ich sei gar nicht angemeldet. „Du wolltest mich doch aufschreiben.“ – „Oh ja, das habe ich vergessen.“
Ulli sagte mir, der Treffpunkt sei an der U4-Haltestelle „Überseequartier“, Ausgang „Losepark“. Gemeint war allerdings die Haltestelle „HafenCity Universität“, wie sich später herausstellen sollte. Ich wusste das zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Also machte ich mich am Samstagmorgen auf den Weg in Richtung „Überseequartier“. Dort gegen 09:00 Uhr angekommen, fragte ich verschiedene Leute vergeblich nach dem Ausgang „Losepark". Als kurz vor halb zehn noch niemand von der Weißen Speiche eingetroffen war, sprach ich jemanden an, der gerade vorbeikam. Es war eine sehr freundliche Dame, die mir erklärte, es gäbe an dieser Haltestelle gar keinen Ausgang „Losepark“, sondern nur einen zum „Magdeburger Hafen“ und einen zum „Westfield Center“. Ich erzählte ihr von meinem Problem, dass ich nämlich mit der Tandemgruppe verabredet war. Sie fragte mich, ob ich wirklich sicher sei, dass der Treffpunkt tatsächlich hier stattfinden sollte. So war zu dieser Zeit mein Informationsstand. Wir gingen zusammen ein Stück in Richtung U-Bahnstation, wo uns ihre Mutter entgegenkam. Die beiden begrüßten sich kurz. Dann erklärte sie ihrer Mutter die Situation. „Wir bringen Sie zum Losepark.“ – „Danke.“ Dann ging es zu Fuß zum Losepark. Wir beeilten uns, denn wir hatten keine Zeit mehr. Nachdem wir den Park erreicht hatten, kam uns zum Glück Ulrike entgegen. Sie hatte ein Tandem dabei. Ulrike übernahm mich und brachte mich zur Gruppe.
Eins sei an dieser Stelle erwähnt: Allen dreien, also den beiden Damen vom Überseequartier und Ulrike, gehören „die Füße geküsst“, denn ohne sie hätte ich vermutlich die Tour verpasst und wieder nach Hause fahren müssen.
Nun war die Gruppe endlich vollständig und die Tour zum Oortkatener See, die Hartmut in hervorragender Weise ausgearbeitet hatte, konnte endlich starten.
Anfangs war auch alles okay, ich fuhr mit Arne zusammen. Nach einigen Kilometern bemerkte ich jedoch, dass wir hinten einen Platten hatten. Ulrike versuchte, den Reifen aufzupumpen, aber es nutzte letztendlich nichts. Nur wenig später löste sich der Mantel vom Hinterrad, so dass wir ein neues Rad benötigten. Das neue Rad war nicht viel besser, denn ständig fiel die Kette ab. Später hatten wir dann auch noch hinten lockere Speichen. Wir hatten insgesamt 15 Stopps, die meisten wegen uns. Arne war wütend wegen der immer wieder abfallenden Kette. Hartmut beschloss dann: „Wir verkürzen ab jetzt die Pausen”.
Ich hatte schon befürchtet, meinen von meiner Schwester liebevoll zubereiteten Salat wieder mit nach Hause nehmen zu müssen. Doch soweit kam es nicht. Wir erreichten schließlich unser Ziel und blieben etwa 20 Minuten am See. Diese Zeit reichte aus, um meinen Salat zu genießen. Zwölf Kilometer vor dem Ende der Tour waren Arne und ich von dem Rad so genervt, dass wir beschlossen, zu Hans, der die Tour in bewährter Weise begleitete, ins Auto zu steigen. – An dieser Stelle auch dafür vielen Dank!!!
Die Tour endete an der S-Bahnstation „Tiefstack“. Mit dem Verladen der Räder lag der Stress schnell hinter uns.
Limericks
Jo DerWisch
Weise Massen
Weise Massen? Ja – massenweise:
Im Tandemclub! Wo die krassen Greise
mit strammen Wadeln
zusammen radeln,
fühlt es sich an wie auf Klassenreise.
Zusammen stark
Weil er ja angeblich Bewegung per Rad mag,
radelt er täglich vom Schlump bis zum Stadtpark!
Doch prahlt jener Lump
verstrahlt oder plump:
Sein E-Bike sei grade mal 1000 Watt stark!
Beißen
Zwei blinde Gruftis suchen in Rissen
nach ihren Gebissen, da sie sie vermissen,
sogar auf der Wiese!
Vielleicht haben diese
ja schon vorab mal ins Gras gebissen! !!!
Weltweit
In New York, Rio, Bad Oldesloe…
Weltweit sind Tandems voll im Flow!
Die Welt ist bereit:
Man radelt zu zweit!
und wär ich nicht blind, ich wollt’ es so! !!!!
Zusammen fahren
Ein paar von uns waren seit ein paar Jahren,
wenn sie sich sahen, zusammen-gefahren,
ganz unwillkürlich…
und doch natürlich,
solang sie ein Team auf dem Tandem waren!
41. Stiftungsfest 2025 im BSVH
Von Sven Gabriel und Regina S.
Am Sonntag, den 23. November 2025, waren wir rund 50 Mitglieder und Freunde des Vereins auf dem Stiftungsfest, das sich zum 41. Mal jährte. Die große Beteiligung hat uns alle sehr gefreut. Es war eine Begegnung von Leuten, die sich gut kennen und welchen, die sich lange nicht mehr gesehen hatten. Schnell wurden gemeinsame Themen gefunden. Schließlich hatten viele von den letzten Touren etwas zu erzählen.
Dieses Mal waren wir im Blinden- und Sehbehindertenverein. Daher galt es, zu Hause die Leckerbissen vorzubereiten, in Schüsseln abzufüllen oder auf Tellern zu drapieren. Im Holsteinischen Kamp wurden Tische und Stühle gerückt und das Büffet festlich aufgebaut. Unterschiedliche Salate, Quiche, diverse Frikadellen, Brote und Aufstriche bildeten den herzhaften Teil. Reichhaltig fiel auch der Nachtisch mit verschiedenen Kuchen aus. DANKE an alle, die hierzu beigetragen haben, und auch an das Transport-Team, das kistenweise Wasser, Saft und Bier bewegt hat. Vollen Einsatz zeigte auch im Vorfeld und vor Ort das Organisationsteam, bestehend aus unseren beiden Vorstandsvorsitzenden, Meike und Ulrike.
Wir unterbrachen unsere Gespräche, als Regina und Arno Gedichte vortrugen, die genau zu unserer Tandem-Leidenschaft passen. Jessica begeisterte uns mit zwei Liedern, eins besinnlich, das andere kritisch-frech. - Ihr findet alle Texte in dieser Ausgabe abgedruckt.
Gelungen war das Fest auch, weil zwischendurch immer Kaffee und Tee nachgekocht wurde, fleißige Hände zum Abräumen des Geschirrs und Zurückstellen der Möbel wie selbstverständlich da waren. Kurzum: Ein Fest, an das wir uns noch lange und gern erinnern werden.
“Oh Mann, oh Mann, wo hat der Mann nur seine Augen”
Lied von Juliane Werding
Auf dem Stiftungsfest gesungen von Jessica M.
Er wohnt 'ne Treppe über mir mit seiner hübschen Frau.
Und niemand hier im ganzen Haus wird aus der Sache schlau.
Von 8 bis 17 Uhr baut er Computer im Betrieb,
dann kommt er auf'nen Sprung nach Haus, wenn's Abendessen gibt!
Um 18 Uhr, da fängt bereits die Volkshochschule an,
da nimmt er alles mit, was er an Bildung kriegen kann.
Kennt Goethe, Einstein, Sophokles, Homer und Dr. Hook,
nur einen kennt er nicht: den Meier aus dem zweiten Stock!
Oh Mann, oh Mann, wo hat der Mann nur seine Augen,
lässt seine Frau die ganze Zeit allein;
denkt immer nur an sich, man soll's nicht glauben,
da fall'n ihr doch die dümmsten Sachen ein!
Oh Mann, oh Mann, wo hat der Mann nur seine Augen,
ist der so dumm, dass er das nicht kapiert;
'ne Frau vergessen ist gefährlich auf jeden Fall,
denn Meiers lauern schließlich überall.
Er freut sich auf das Weekend, wo er später aufstehˋn kann,
sie räkelt sich gekonnt im Bett und heizt ihn langsam an.
Schon tastet seine Hand nach ihr, da springt er plötzlich auf,
“mein Gott”, ruft er, “schon gleich halb neun, ich muss zum Morgenlauf”.
Oh Mann, oh Mann, wo hat der Mann nur seine Augen ...
Schnell Frühstück, nebenbei rasier'n, schon ist er durch die Tür,
er ruft noch durch das Treppenhaus: “ich komm' nicht heim vor vier”.
Sie kriecht ins warme Bett zurück; na dann, mein Freund, viel Spaß,
zum Glück ist auch noch Meier da, auf Meier ist Verlass!
Oh Mann, oh Mann, wo hat der Mann nur seine Augen …
Das Tandemclub Ideal
Nach dem Gedicht “Das Ideal” von Kurt Tucholsky aus dem Jahre 1923
Auf unseren Verein zugeschnitten und vorgetragen von Arno Sander
Ja, das möchste:
Einen Tandemclub idyllisch gelegen, in Stadtlage zentral,
gut zu erreichen, ob per Pedes, Fahrrad oder Bahn ist egal.
In fünf Minuten, nein doch lieber zwei,
kommt auf schönsten Radwegen die herrlichste Gegend herbei.
In der Halle: Tourentandems, Renntandems vom Feinsten,
natürlich alle neu, mit Rahmen für die größten Mitglieder und für die Kleinsten.
Lenker und Sattel sind passend in Höhe und Breite,
die Pedale steht immer korrekt, egal für welche Anfahrseite.
Sportliche und nette Piloten stehen fahrbereit für jede Tour,
die Gespanne schaffen locker 80 km auf die Tachouhr.
Auf der Tour: keine Panne, kein Unfall, Wind von hinten,
selbst bergauf kannste noch ganz vorne sprinten.
Ein Begleitfahrzeug mit hundert Tandems ist immer zur Stelle.
Außerdem sind auf dem Hänger auch reichlich E-Bike Modelle.
Ja, und das hab ich ganz vergessen:
Prima Picknick mit erlesenem und leckerem Essen.
Und Fahrten durch die schönsten Landschaftsbereiche.
Und ewig fit auf dem Tandem der Weißen Speiche.
Ja, das möchste!
Aber, wie das so ist hienieden:
manchmal scheints so, als sei es beschieden
nur pöapö, das irdische Glück.
Immer fehlt dir irgendein Stück.
Kannst du nicht kieken, dann fehlt dir der Pilot,
bist du Pilot, bringt dich schon ne Fliege im Auge in Not.
Geht es bergauf, dann fehlt dir die Kraft,
geht es bergab, fehlt den Reifen die Haft.
Bald störn dich die Autos, bald stört dich das Schmuddelwetter,
bald schmerzt der Po, bald jagt dich ein Setter.
Etwas ist immer. Tröste dich.
Jedes Glück hat einen kleinen Stich.
Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten.
Dass einer alles hat: das ist selten.
„Das Ideal“ (Original aus dem Jahr 1923)
Von Kurt Tucholsky
Ja, das möchste:
Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße;
mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn –
aber abends zum Kino hast du’s nicht weit.
Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit:
Neun Zimmer – nein, doch lieber zehn!
Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn,
Radio, Zentralheizung, Vakuum,
eine Dienerschaft, gut gezogen und stumm,
eine süße Frau voller Rasse und Verve –
(und eine fürs Wochenend, zur Reserve) –
eine Bibliothek und drumherum
Einsamkeit und Hummelgesumm.
Im Stall: Zwei Ponies, vier Vollbluthengste,
acht Autos, Motorrad – alles lenkste
natürlich selber – das wär ja gelacht!
Und zwischendurch gehst du auf Hochwildjagd.
Ja, und das hab ich ganz vergessen:
Prima Küche – erstes Essen –
alte Weine aus schönem Pokal –
und egalweg bleibst du dünn wie ein Aal.
Und Geld. Und an Schmuck eine richtige Portion.
Und noch ne Million und noch ne Million.
Und Reisen. Und fröhliche Lebensbuntheit.
Und famose Kinder. Und ewige Gesundheit.
Ja, das möchste!
Aber, wie das so ist hienieden:
manchmal scheints so, als sei es beschieden
nur pöapö, das irdische Glück.
Immer fehlt dir irgendein Stück.
Hast du Geld, dann hast du nicht Käten;
hast du die Frau, dann fehln dir Moneten –
hast du die Geisha, dann stört dich der Fächer:
bald fehlt uns der Wein, bald fehlt uns der Becher.
Etwas ist immer. Tröste dich.
Jedes Glück hat einen kleinen Stich.
Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten.
Dass einer alles hat: das ist selten.
Mittwochstour zum Klärwerk von Hetlingen am 18.6.2025
Von Jo W.
Fachkräftemangel? Nicht bei uns! Heute herrschte sogar Piloten-Überschuss: Am Start waren 7 Tandems, wobei sich zwei Sehende ohne Kompetenzgerangel auf einem Gerät arrangierten. Tourenleiter Matthias führte die Truppe durch den Klövensteen und Wedel zum Elbdeich, wo wir im Slalom um die flauschig-entspannten Schafe herum sausten.
Sogleich hinterm Deich legten wir die Pause fürs Picknick ein. Nach einem weiteren Kilometer merkten auch Blinde mit Hilfe ihres Geruchssinns: Sie haben ihr Ziel erreicht…
Kommt der Sportsfreund in dieses Hetlingen,
soll‘n seine Worte da wie ein Gebet klingen,
wenn nicht doch eher schon wie Gejammer!
Nur gegen Gase & Gestank
hilft der Nase – Gottseidank:
Schon die klassische Wäscheklammer!
Auf dem Gelände des Klärwerks befanden sich etliche Bassins, ein paar Gebäude und ein Parkplatz vor dem Haupthaus. Hier empfingen uns zwei Angestellte: Svenja & Claudia. Sie führten uns zum Sitzungssaal im 2. Stock, wo uns Getränke und Snacks erwarteten – eine gelungene Überraschung!

Genau jetzt folgte Svenjas großer Auftritt: mit welcher Begeisterung sie von ihrer Lieblings-Kloake schwärmte, war mitreißend. Es wurden die schmutzigsten Geschichten aus allen Kanälen im Kreis Pinneberg im Detail aufgetischt. Absolut nichts blieb ungeklärt!
Faszinierend war besonders der Einblick in die facettenreiche Tierwelt der Abwässer: Neben der gemeinen Amöbe und dem gemütlichen Pantoffeltierchen lernten wir mit Glocken- und Trompetentierchen ein
gesamtes Ensemble kennen, das bei der Zersetzung der Rückstände im Abwasser den Ton angibt.
Beim anschließenden Besuch des Labors überzeugten wir uns von der selbstreinigenden Wirkung von Schlämmen! Fröhlich zeigte Laborantin Susanne uns verschiedene Schritte & Prozesse, die zur Aufbereitung von Abwasser ablaufen. Ihrerseits beseelt und von diesen tüchtigen Bakterien hingerissen präsentierte sie uns per Mikroskop eine (wie jene Steinlaus von Loriot) grinsende Amöbe in einer herrlich fauligen Flocke – quasi als Krönung ihrer erfolgreichen Mission!
Wie es bei einem schmutzigen Geschäft der Anstand gebietet, wusch zum Abschluss eine Hand die andere, nur Horst wurde infolge des Verdachts einer stärkeren Kontaminierung einer Desinfektions-Dusche unterzogen☺. Zum Dank für die interessante Führung überreichte Ina den netten Gastgeberinnen noch ein Vereinstrikot und den aktuellen Speichenspiegel. Nach einem kurzen Fotoshooting ging es zügig heimwärts, um den schönen Tag literarisch und mit Butterkuchen ausklingen zu lassen. Vielen Dank für die tolle Tour, Matthias!
Wir bedauern
Trauerfälle werden im Internet nicht veröffentlicht. Diese sind der Redaktion des Speichenspiegels bekannt und können von Vereinsmitgliedern angefragt werden.
Putzen
Jo DerWisch
Schon wurde wieder abgeradelt…
und was die Truppe abnorm adelt:
Da putzte jeder
verschmutzte Räder,
verputzte dann Suppe für wenig Bargeld!


